⚖️ Judge Quiz — Trainingssimulator

Der Judge-Tab im Architect-Bereich ist ein interaktives Trainingstool: Er simuliert echte Governance-Fälle, wie sie ein Judge auf Pulse zur Abstimmung vorgelegt bekommt — Spam, Harassment, Betrug, Doxxing und alles dazwischen. Ziel ist es, ein Gefühl für die Community-Richtlinien zu entwickeln, bevor es beim echten Eignungs- oder Zertifizierungstest zählt.

🎯 Wofür ist das Quiz da?

Für die Governance-Perspektive — also welche Judge-Ränge es gibt, wie man zum Judge nominiert wird und welche Voraussetzungen (VC, RESI, TRUST, Abo-Dauer) für Expert/Excellence gelten — siehe help_architect.html (Abschnitt „Weg zum Judge"). Dieses Dokument beschreibt ausschließlich die Mechanik des Quiz selbst: Schwierigkeitsgrade, Punktevergabe, Rundenablauf und Fall-Kategorien.

1. Schwierigkeitsgrade

Beim Start wählt man einen von zwei Modi. Beide ziehen aus einem eigenen Fall-Pool und laufen technisch identisch ab — der Unterschied liegt darin, wie viel Kontext man zur Entscheidung bekommt.

Modus Darstellung Fall-Pool Zweck
🟡 Moderat Fallbeschreibung als Fließtext (scenario) + aufbereitete Beweisliste (evidence) 82 Fälle Entspricht dem monatlichen Eignungstest ab Adept Architect.
🔴 Schwer Rohes Inhalts-Snippet (content + optionaler context), Liste der eingegangenen Meldegründe mit Häufigkeit, sowie Account-Kennzahlen des gemeldeten Nutzers 62 Fälle Originalgetreu — entspricht dem, was ein echter Judge sieht, inkl. dem Zertifizierungstest bei Nominierung.

📋 Was der Schwer-Modus zusätzlich zeigt

Im Schwer-Modus gibt es keine aufbereitete Erzählung — man muss die Entscheidung aus rohen Signalen ableiten, genau wie in der echten Moderationsoberfläche:

2. Rundenablauf

Jede Runde besteht aus 10 Fällen (ROUND_SIZE), zufällig aus dem jeweiligen Pool gezogen (Fisher-Yates-artiges Mischen). Die übrigen, nicht gezogenen Fälle bleiben als Ersatz-Pool im Hintergrund verfügbar.

gemischter Pool → erste 10 Fälle = Runde · Rest = Ersatz-Reserve für INCONCLUSIVE

Pro Fall gibt es drei Antwortmöglichkeiten:

❓ Die INCONCLUSIVE-Sonderregel

INCONCLUSIVE ist ein Einweg-Joker: Er steht nur einmal pro Runde zur Verfügung. Nutzt man ihn, passiert Folgendes:

3. Punktevergabe

Jeder regulär abgestimmte Fall (GUILTY / NOT GUILTY) ist 10 Punkte wert — unabhängig vom Schwierigkeitsgrad oder der Fall-Stufe:

Punktzahl = (korrekt beantwortete Fälle × 10) / (regulär beantwortete Fälle × 10) × 100 %

Nach jeder Abstimmung erscheint sofort eine Erklärung (explanation) mit der korrekten Antwort und der Begründung — unabhängig davon, ob richtig oder falsch geantwortet wurde. Mit INCONCLUSIVE übersprungene Fälle fließen nicht in qMaxScore ein und verzerren die Prozentzahl daher nicht nach unten.

4. Endauswertung & Judge-Ränge

Am Ende der Runde zeigt der Score-Screen Treffer, Fehler und übersprungene Fälle sowie eine Prozent-Bewertung mit passendem Judge-Titel. Diese Titel spiegeln bewusst die echten Judge-Ränge aus der Governance (siehe help_architect.html), sind hier aber reine Quiz-Ergebnis-Labels ohne direkte Freischaltung:

Score Bewertung Bedeutung
≥ 80 % ⚖️ Excellence Judge Hervorragendes Urteilsvermögen — wertvoller Bestandteil der Jury.
≥ 60 % 👨‍⚖️ Expert Judge Solides Urteilsvermögen, in Grenzfällen noch ausbaufähig.
≥ 40 % 🎓 Novice Judge Guter Anfang — einige Fälle waren knifflig, Erklärungen nochmal lesen.
< 40 % ❌ Noch nicht bereit Richtlinien nochmal durchlesen, dann erneut versuchen.
alle übersprungen „Alle Fälle übersprungen" Ohne regulär beantwortete Fälle gibt es keine Prozentzahl (—).

Nach der Auswertung kann direkt neu gestartet werden (🔄 Nochmal spielen, gleicher Schwierigkeitsgrad mit neu gemischten Fällen) oder man kehrt zur Schwierigkeitsauswahl zurück (← Schwierigkeitsgrad wählen).

5. Fall-Kategorien: Stufe I–IV

Jeder Fall trägt eine Stufe, die die Schwere des möglichen Verstoßes markiert (farbcodiertes Badge über dem Fall). Die Stufe beeinflusst nicht die Punktzahl — sie ist reine Einordnungshilfe und spiegelt, wie im echten Judge-Verfahren mit dem Fall umgegangen würde:

Stufe Charakter Beispiele
Stufe I Eindeutige, klar zu entscheidende Fälle. Kurze Beratungszeit, wenig Interpretationsspielraum. Massen-Spam, offensichtliche Eigenwerbung ohne inhaltlichen Bezug.
Stufe II Abwägungsfälle. Sachliche Kritik vs. Schmähung, Meinung vs. Hijacking — Kontext und Account-Historie entscheiden. Predator-Boomerang-Meldungen, Grenzfälle bei Debatten-Kommentaren.
Stufe III Schwerwiegende Verstöße mit nachweisbarem Schaden — finanziell oder reputativ. Marktplatz-Betrug mit gefälschten Credentials, koordinierte Falschbehauptungen.
Stufe IV Kein reguläres Judge-Verfahren — würde in der Realität sofort an die Pulse-Moderation eskaliert (Flash-Freeze). Im Quiz enthalten, damit man solche Fälle sicher erkennt. Doxxing (Realname, Adresse, Arbeitgeber von Pseudonym-Creators), Drohungen.

Im Schwer-Modus werden Meldungen zusätzlich nach Meldegrund kategorisiert, unter anderem: Beleidigung/Drohung/Hass, Spam/Bot/KI-Slop, Betrugsabsicht, Illegale Werbung, Doxxing/Datenschutzverletzung, Topic-Hijacking, Plagiat/Copyright-Verletzung sowie sexuelle Belästigung/Stalking und Pornografie/explizite Gewalt. Ein Fall kann mehrere Meldegründe gleichzeitig tragen — die Häufigkeit pro Grund ist Teil der Beweislage.

💡 Trainingstipp

Wer den Moderat-Modus zuverlässig meistert, sollte in den Schwer-Modus wechseln — die Übersetzung von rohen Meldegründen und Account-Kennzahlen in ein Urteil ist genau die Fähigkeit, die beim echten Zertifizierungstest (Schwierigkeit: Schwer, max. 3 Versuche) geprüft wird.